Texte von Kurt Haberstich

Fotos von Paul Haas

Die Stille hören,

die Schönheit erkennen,

die Weite sehen,

Wind und Kälte spüren,

fühlen, was es bedeutet,

mitten in den Bergen zu stehen,

hinausgehoben aus dem gang der Zeit,

jenseits von falscher Sicherheit,

weg vom Überfluss,

verstehen, dass es Zeit braucht,

dass Ziele erkämpft werden müssen,

um die innere Freiheit

-sich selbst-

zu finden.

Nicht allein ein Gipfelerlebnis

 macht eine Bergbesteigung unvergesslich.

Unscheinbare Kostbarkeiten bereichern uns 

während der ganzen Tour, 

wenn wir bereit sind,

uns dafür zu öffnen.

Von unten erscheint mancher Berg

abschreckend, unüberwindbar.


Wer trotzdem wagt hochzusteigen,

wird erstaunt sein,

wie viele Stufen und Griffe

ein Weiterkommen ermöglichen,

wie viele Bänder und Nischen genügend Platz

zur Beschaulichkeit bieten.


Mut fassen, sich aufraffen,

dem Gipfel, dem Licht, zustreben.

Samenkörner,

vom Wind getragen,

fallen unter Steine, in Schnee und Eis,

ausgeliefert tödlicher Kälte.


Trotzdem erwacht ein Pflänzchen,

wo niemand es erwartet - wächst.

 

Losziehen,

den Berg erkennen,

die Herausforderung annehmen.


Den Berg erleben, Schritt für Schritt,

Grenzen ausloten,

leer werden für den neuen Überblick.


Durchhalten,

auch wenn die nächste Anhöhe

noch weit weg vom Gipfel ist.


Vom Berg kehrst du verändert wieder.

Der Berg befreit.